Fulminantes Abschiedsfest der Kleinklasse

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Die Kleinklasse verabschiedet sich nach neun Jahren vom Dorf Au. Die 1.-4. Klasse zieht nach Heerbrugg in einen mobilen Schulraum um. Dies ist kein simpler Umzug von Büchern und Bleistiften, sondern ein Abschied vom umfassenden Lernort Au und seinen Bewohner:innen, die sich am Kleinklassenleben interaktiv beteiligt haben.  

Vor einem halben Jahr ging es auf Spurensuche nach Namen und Telefonnummern, was dank der starken persönlichen Beziehungen zu den Ehemaligen und dem engen Netzwerk in kurzer Zeit gelang. In den Frühlingsferien wurden die Ehemaligen, deren Eltern und die Dorfkontakte digital in drei Gruppen organisiert. Interviewfragen für einen Videobeitrag, ein Tutorial für den Flashmob, Musikwünsche für die Playlist, der Abschlusssong sowie Aufrufe für die Mitarbeit an der Bar, am Grill, beim gemeinsamen Kuchen backen oder an den Spielstationen flossen in die Gruppen ein und erfreuten sich eines unmittelbaren Echos.

Die aktuellen Kinder der Kleinklasse gestalteten Einladungen und stellten sie persönlich mit dem Velo zu. Das bekamen die Waden zu spüren, da die Kinder aus der Kleinklasse in Au, Berneck und Heerbrugg leben. Festliche Wimpelketten wurden genäht und Mocktails wacker eingeübt, um am grossen Tag die durstigen Kehlen zu bedienen.

Am Street Racket spielte der Schulsozialarbeiter mit einem ehemaligen Vater. Beim Speed Stacking trat der Gartenpräsident gegen eine Erstklässlerin an. Beim Jakkolo schnippten eine aktuelle Mutter mit der Logopädin die Scheiben durch die Lücken. Die Schulbusfahrerin versuchte gegen eine ehemalige Lehrerin beim Sapo zu trumpfen. In der Fotoecke posierten Lehrlinge, die die Kleinklasse durchliefen. Im Beautysalon tummelten sich langjährige Freundinnen, liessen sich ihre Haare kunstvoll frisieren und ihre Fingernägel edel bemalen. Beim Karaoke trafen sich die rondomi-Oma und der Viertklässler, dessen Rücken ein Totenkopf zierte, zum Singen. Die Schülerhortbetreuerin drehte am Glücksrad und gewann einen Gummiball. Die Bibliothekarin bestellte an der Bar eine Helga, die die Zweitklässlerin nach Rezept mixte.

Mit dem Flashmob ‘Jerusalema’ und dem gemeinsamen Singen von ‘We are the world, we are the children…’ ging eine Ära zu Ende. Es war ein Fest der Herzen.

Claudia Matt und Monica Köppel